Über Abschiede, Packen, die verschiedenen Arten von Ankommen und neuen Plänen

Es ist eine Weile her, dass ich einen geistreichen Eintrag hinzugefügt habe, gerade in dieser aufregenden Zeit des Umbruchs. Aber gerade deswegen.

Was beim letzten Mal schon so anklang, das wurde dann auch schnell Realität. Das Packen habe ich immer auf den nächsten Tag verschoben, bis ich dann eines Tages aufwachte, feststellte, dass Mittwoch war und ebenso schnell realisierte, dass Prokrastination mich jetzt ganz schön "in trouble" bringen konnte. Also musste ich das Packen doch in Angriff nehmen.

Es ist sehr erstaunlich, was sich in den letzten Monaten in diesem meinem Übergangs-zu-Hause so alles angesammelt hatte. Meine Fixierung auf Bücher und Steine von besuchten Stränden, und meine Unfähigkeit, emotional wertvolle Gegenstände auszusortieren fallen mir da sehr auf die Füße. Also erst einmal alles sortieren, an einem zentralen Punkt, in diesem Fall das (zum Glück) große Bett. Nach einigen ersten Packversuchen mit Wiegen wird mir allerdings schnell klar: ich brauche noch ein viertes Gepäckstück, um alles mit nach Hause zu nehmen.



Drei Päckchen (zwischen 2 und 18 Kilo), unzählige Umpack- und Wiegeversuche, ein paar Tränen und zwei riesige Müllsäcke später ist dann endlich alles irgendwo untergebracht. Im Regal für meine Mitbewohnerin, in meinen drei Gepäckstücken, im Müll oder für meine Nachfolgerin an der Schule - alles hat seinen Platz gefunden und das leere Zimmer drückt meine Stimmung. Inzwischen überwiegt die Freude auf zu Hause ein bisschen, doch trotzdem bin ich emotional absolut verwirrt...

Die Heimreise verläuft sehr unspektakulär. Ich habe (immer noch) nicht realisiert, dass dieser Abschied von der Wohnung für immer ist. Ich mag vielleicht noch einmal zurück kommen, um Derby und die mir liebgewonnenen Menschen zu besuchen, aber sicher nicht, um hier zu wohnen.


(Auf geht's... mit schwerem Gepäck am Bahnhof in Derby)

Am Flughafen in Leipzig (mit über 30 Minuten Verspätung) werde ich von einem Empfangskommittee erwartet, und freue mich unbändig, meine Lieben wiederzusehen.


(Die Abholer müssen eine ganze Weile warten)

Dennoch, die nächsten Tage bin ich mit Auspacken und Aufräumen beschäftigt, mit jedem Gegenstand, der verräumt wird, kommen Erinnerungen zurück, und so dauert das Ganze... meine Päckchen kommen alle heil an, ich nehme letzte Schliffe an meinem Scrapbook und Annas Abschiedsgeschenk vor, und schließlich verwischen die Spuren meines Einfalls mit insgesamt ca. 70 kg Gepäck langsam. Aber angekommen bin ich noch immer nicht.

Ich glaube, dass das noch dauern wird. Ich habe viel Zeit an einem anderen Ort verbracht und dort so viele Erfahrungen gemacht, dass ich noch nicht bereit bin, das zu beenden. Vielleicht auch, da ich sowieso ein Mensch bin, der Veränderung von Gewohntem nicht so gut verträgt. Wie auch immer. Physisch bin ich angekommen, bräune mich in der herrlichen Maisonne, radle fröhlich umher und backe schon weider fleißig Kuchen. Es wird aber wahrscheinlich noch eine ganze Weile dauern, ehe der Rest nachkommt, der irgendwo in der Mitte feststeckt.


(mein erster Kuchen daheim)

Und wenn es soweit ist, dann werde ich mit einem breiten Lächeln zurückblicken und sagen können: Ja, das waren meine 8 Monate, und ich habe das Beste daraus gemacht. Aber ich werde auch das Kapitel schließen können, das Lächeln behalten und neuen Abenteuern entgegen gehen. Bis dahin genieße ich alles was kommt und plane schon wieder ein bisschen, damit ich dann die Abenteuer gleich angehen kann - im September setze ich mich schon wieder ins Flugzeug. Diesmal geht es noch ein bisschen weiter weg...

Nächster Halt: Südafrika...

6.6.14 12:22

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