Zu Besuch bei Mr W. Shakespeare

Die letzte Stadt auf meiner Wunschliste konnte bis jetzt noch nicht abgearbeitet werden. Das heißt, seit heute hat sie auch ein Häkchen...


(Destination des Tages)

Stratford upon Avon wurde mir empfohlen, war aber auch allein wegen des kulturellen Hintergrundes und des Umstandes, dass ich mich immer vorlaut Englischstudentin nenne, Pflichtprogramm. Es soll sich aber herausstellen, dass ich diese Reise äußerst freiwillig wieder antreten würde.


(Royal Shakespeare Theatre, Stratford upon Avon)

Nach Umsteigen in Birmingham und Durchqueren einer Riesenbaustelle in Stratford, komme ich in die Innenstadt und bin hin und weg. Überall kleine niedliche Fachwerkhäuser, süße Geschäfte und viiiel Grün, das sieht noch ganz weich und frisch aus, und die Blumenrabatten erstrahlen in spätem frühlingshaftem Farbrausch. So ist es eine Freude durch diese kleine, zauberhafte Stadt zu spazieren, und auch der bedeckte Himmel kann daran nichts ändern, zum Glück wird ein einzelner Nieselschauer auch durch gelegentliche Auftritte der Sonne wieder ausgeglichen.


(überall kleine niedliche und zugewucherte Häuschen)


(Der Fluss Avon)

Ich besuche das Geburtshaus Shakespeares, das im Inneren eingerichtet ist wie wahrscheinlich zu Lebzeiten des Dichters. Guides in jedem Raum sind gesprächig und erläutern allerlei Interessantes zur Handschuhherstellung (und illegalen Wollgeschäften), Kinderbetreuung und Alltag im Shakespearschen Haushalt. Hier also wurde William geboren und aufgezogen und wohnte er zu Anfang seiner Ehe (er war erst 18, und man sage noch mal was zu Altersunterschied, seine angetraute Anne Hathaway war zur Hochzeit schon 26). Im wunderschönen Garten des Hauses wird fleißig Shakespeare von zwei Schauspielern rezitiert und die Menschen bleiben stehen und setzen sich und hören zu, wie diese alte und doch so beliebte Sprache erklingt... auch ich muss stehen bleiben, denn meine Faszination für die englische Sprache findet hier ideale Nahrung.


(hier wurde William Shakespeare geboren)

Der Spaziergang am Fluss entlang führt mich zur Holy Trinity Church, aus der gerade eine Hochzeitsgesellschaft strömt. Drinnen erwartet mich dann das andere Ende von Shakespeares Leben. Da hatte er so viel Geld verdient, dass er es sich leisten konnte, in der Kirche selbst beigesetzt zu werden, zusammen mit seiner Frau, einer seiner Töchter und derem Mann. Die Grabplatten sind eher unscheinbar und unspektakulär und das beeindruckt mich mehr als jedes große Grab, denn wer bei solchem Erfolg noch bescheiden bleiben kann (in der Kirche ist vielleicht zu jenen Zeiten nicht ganz bescheiden, aber um ein viel fotografiertes pompöses Grab ist der Mann herumgekommen).


(Holy Trinity Church, wo William Shakespeare begraben ist)

Neben Stadt, Fluss und Shakespeare geht es für mich heute noch ins Courtyard Theatre, eine Aufführung von "Oliver!" der Royal Shakespeare Company (RSC) ansehen.


(Courtyard Theatre der RSC)

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell so ein ganzer Tag vorbei geht (tatsächlich habe ich das Mittagessen, man höre und staune, einfach vergessen). Ich verbringe noch eine geruhsame Stunde in der Stadt - Häuser und Fluss und Grün ansehen, durch hübsche Straßen wandeln und den Tag genießen. Es sind nur der auffrischende Wind und häufiger werdende Schauer, die mich doch wieder Richtung Bahnhof treiben.


(Alte Häuser überall)


Fazit: Stratford upon Avon bietet nicht nur faszinierende kulturelle Shakespeare-Angebote, sondern auch die ganze Bandbreite einer absolut bezaubernden Stadt - mit Fachwerkhäuschen, Parks, Flüssen und ganz viel Grün.

11.5.14 10:46

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