Leiden in Leeds

Für den ein oder anderen mag dieser Titel ein wenig überraschend kommen, aber es sei diese Vorgeschichte kurz und knapp dazuerzählt: Ophelie war seit einer Woche krank und so verschnupft und miserabel in der Schule gewesen. Zählt man zwei und zwei zusammen: trotz Orangen und frischer Luft kann ich nicht widerstehen, mich ihr anzuschließen auf der Reise nach "misery" und wieder zurück. Normalerweise kein Grund, das auszuweiten. Aber in der Erzählung von meinem Ausflug nach Leeds muss es dennoch Erwähnung finden. Denn er war geprägt von mehr als zu vielen Taschentüchern, Halsschmerzen, einer langsam aber sehr sicher versagenden Stimme, ebenso nachlassendem Hörvermögen und einer eher weniger erquicklichen allgemeinen Müdigkeit.

Sounds like fun. Aber deshalb war wohl auch Leeds nicht die populärste unserer Stationen. Auch wenn das gemeinsame Full English Breakfast (das wir schon seit Oktober zusammen einnehmen wollten) durchaus einen positiven Effekt hatte.


(One Full English Breakfast, please!)

Leeds hat den Ruf, eine der besten Städte in England zu sein, wenn man auf der Suche nach abendlichen Ausgehmöglichkeiten ist. Wohl auch, weil es eine ziemlich große und bekannte Uni hat (die wir vom Bus aus auf unserer Reise vom Hotel zurück in die Stadt bewundern konnten). Genauso vielfältig ist daher auch das Shoppingangebot, dem wir heute nur zu gern nachgeben, nicht nur weil nicht nur ich nicht auf der Höhe bin, sondern wir alle wegen der dichten Wolkendecke etwas gedrückter Stimmung sind.


(Rathaus)

In guter Erinnerung ist mir allerdings der Sunday Farmer's and Crafts' Market geblieben - ein verlockendes Angebot an Fleisch, Käse, Brot, Kuchen, Gewürzen, Handwerkskunst und Schmuck entzückt uns und wir können uns gar nicht satt sehen.


(sonntäglicher Marktreigen)

Einen nicht unerheblichen Teil des späten Nachmittages verbringen wir wegen aufgeplatzter Blasen, Müdigkeit und Ermattung bei McDonalds und im Bahnhofwarteraum. Klingt langweilig? Oh, wer mit uns im Warteraum von Bahnhöfen gesessen hat weiß, dass es weder dort noch bei McDonalds wirklich langweilig wird. Auch wenn das Lachen heute etwas weh tut.


(eher unauffällige Flusslandschaft in Leeds - nur unsere Sitzpause mitten auf der Brücke wird hier argwöhnisch beäugt)


Trotz allem, wieder angekommen im "home, sweet home", sind wir froh, diese Reise gemacht zu haben. Ich habe die Zeit sehr genossen und wir alle sind auf der Rückfahrt etwas wehmütig, dass das jetzt unsere letzte gemeinsame Reise war, ehe wir alle nach Hause zurückkehren, um alle mit unseren Geschichten zu bedrängen.
Merci beaucoup, muchas gracias, thank you very much.


(Fun with figures - "Look, I am thin. Ooooh, I am attractive!")

7.5.14 18:40

Letzte Einträge: Erstes englisches Eis in Durham, Zu Besuch bei Mr W. Shakespeare, Eine Woche voller Goodbyes, Von der (glücklicherweise) schwächelnden Leistung des englischen Wetterberichts

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