Englischer Sonnenbrand in Newcastle

Tatsächlich, man lese und staune, da schien die Sonne an jenem (zeitigen) Samstagmorgen, von der Minute an, da wir aus der Haustür traten und ich (als Einzige, die anderen schliefen alle noch etwas) den schönen Sonnenaufgang genießen konnte. Wir sind in diesem Fall unser zwei Franzosen Ophelie und Damien, Maria und ich. Um unser letztes gemeinsames Wochenende in zwei Tage zu packen (ausgerechnet am durch den Feiertag am 5. Mai verlängerten Wochenende zu verreisen ist uns dummerweise erst so spät eingefallen, dass selbst Spontanreisende fast schneller waren und somit war nicht für beide Nächte eine bezahlbare Unterkunft zu finden), verlassen wir also begleitet von der aufgehenden Sonne um 5.55 Uhr morgens den Bahnhof in Derby Richtung Norden.



(Müde aber gut gelaunt und voller Vorfreude)

Demnach muss vor der Erkundung von Newcastle erstmal ein belebender Kaffee zu sich genommen werden, ehe wir die schon vor Leben pulsierende Innenstadt besichtigen (inzwischen ist es schon nach neun...). Wie schon so oft festgestellt trägt der Sonnenschein nicht unerheblich dazu bei, dass wir uns hier pudelwohl fühlen. So werden in sehr angenehmem Wochenendtempo Kirchen, Castle-Überbleibsel (für aufmerksame Leser: ja, ich habe mich noch immer nicht für eine Übersetzung entschieden), Fluss und Brücken bestaunt.


(Der Tyne und seine Brücken)

Da das Wetter dazu einlädt, erscheint uns ein Spaziergang am Fluss entlang ostwärts bis zur Küste sehr schmackhaft und wir machen uns tapfer auf den Weg, immer am angenehm touristenfreundlich gepflasterten Uferweg orientiert. Bis der plötzlich aufhört und wir uns nach einigen Straßenfitzeleien plötzlich in einem wahrscheinlich touristisch weniger erschlossenen Gebiet der Stadt wiederfinden. Da der Blick auf unseren Freund Google Maps uns noch weitere 3 Stunden Fußweg bis zur Küste voraussagt, schlagen wir uns durch Industriegebiet und das Wohngebiet mit den bunten Türen (den in elegante Sportanzüge gekleideten Menschen nach zu urteilen eher "social housing" als "independent living") bis zur Metrolinkstation durch.

Gemütliche 15 Minuten später hat uns die Straßenbahn an den North Shields ausgespuckt, einem zauberhaft wirkenden kleinen Stadtzentrum. Fast ein bisschen wie am Meer. Ach richtig. Das ist gar nicht so weit weg. Also wird allgemein der Beschluss gefasst nicht nur unser eben erstandenes Metrolink-Ticket vollkommen auszunutzen, sondern auch unsere mitgebrachten/erworbenen Sandwiches stilvoll am Strand zu verspeisen. Und so setzen wir mit der Fähre an die South Shields über.


(Maria auf dem Fluss)

Und - voila! - nach nur zehn Minuten Spaziergang durch eine Promenade eröffnet sich vor uns feiner Sandstrand und die Nordsee, und zum Glück Beruhigung für die inzwischen doch leeren Mägen. Leider beschließt die Sonne, sich für unseren Spaziergang auf dem South Shield zu verabschieden und uns authentischen Wind zu schicken, dennoch finde ich wie immer das Meer sehr schön. Etwas grau vielleicht, aber doch schön.


(Leuchtturm auf dem South Shield)

Nach Festlegung der etwaigen Richtungen nach Skandinavien, Dänemark und Deutschland und einer geografischen Diskussion über die an die Nordsee grenzenden Länder (auf die ich dank der Geografiestunde im Zug mit meinem liebsten Bruder sehr gut vorbereitet war) schlendern wir zurück zur Metrostation. Wobei wir die letzten Meter im Hinblick auf eine eben eingefahrene Bahn im Spurt zurücklegen um dann festzustellen, dass das hier eine Endhaltestelle ist - und die Bahn zehn Minuten wartet...

Lange waren wir nicht hier, aber unser schedule ist heute very tight, und so wird schon dreiviertel drei der nächste Zug genommen, Station Nummer 2 heute ist Durham. Im Zug wird dann auch erstaunt festgestellt, dass außer den schon etwas schweren Füßen auch unsere Nasen gelitten haben. Ja, wir sind in England. Im Mai und am Meer. Also, ja, wir haben Sonnenbrand.


(Kultur und Rätsel...)


Fazit: Wie immer, nicht mal ein Tag ist natürlich nicht genug, vor allem nicht wenn man einen sonnigen Strandtag einplant, was in Newcastle absolut empfehlenswert ist. Für abenteuerlustige gibt es gleich in der Nähe zum Strand auch einen kleinen Vergnügungspark. Und für Kulturliebende und Shoppinglaunige eine sehr hübsche Innenstadt mit einer großen Auswahl an Einkaufsgelegeneheiten.

7.5.14 18:05

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