Fahrräder und Universitätsgeschichte - Cambridge

Kurz vor Weihnachten, beziehungsweise kurz vorm Dezember fahren Maria, Damien und ich mit dem geliehenen Auto in die Universitätsstadt Cambridge, nur knappe zwei Autostunden von Derby entfernt.

Der Wettergott ist uns gnädig und beschert uns am letzten Novembertag dieses Jahres einen kalten aber herrlich sonnigen Tag.

Vom Park&Ride-Parkplatz fahren wir mit dem Bus in die Innenstadt. Der Bus fährt zwar aller zehn Minuten, ist aber auch aller zehn Minuten voll mit Leuten. Dementsprechend ist es auch in der Innenstadt von Cambridge - voll und geschäftig, was uns nicht davon abhält, den herrlichen Wochenmarkt auf dem Marktplatz und gemütliches Schlendern durch die inneren Geschäftsstraßen zu genießen.

Was mir persönlich besonders gefällt sind die vielen Fahrradfahrer und ich fühle mich fast wie zu Hause in Halle, wie sie so alle an uns vorbeiradeln...

Wir haben uns eine Führung eingeklinkt und werden von unserem Führer nicht enttäuscht.
Die Universität Cambridge ist inzwischen fast 800 Jahre alt, somit einer der ältesten Universitäten und noch dazu eine der angesehensten auf der ganzen Welt. Woran das liegt? Für die Beantwortung dieser Frage hat sich der Guide viel Zeit gelassen und uns drei Studenten ziemlich begeistert dreinsehen lassen: Denn die Uni ist nicht nur einfach die Uni, sondern setzt sich außerdem in einer Art förderalem System aus 30 Colleges zusammen, die vielleicht am ehesten mit unseren Fakultäten vergleichbar sind, aber eindeutig mehr Freiheiten haben. Das Ganze ist also eher als ein Zusammenschluss der Colleges zu sehen, die unter dem Dach der Universität organisiert sind.


(Torhaus des King's College)

Demnach haben die Studenten nicht nur die üblichen Vorlesungen in den großen Vorlesungsräumen der Universität, sondern erhalten daneben in ihren Colleges eine intensive Ausbildung - im Idealfall ein Dozent mit zwei Studenten (drei ist die absolute Höchstzahl und wird schon als überfüllt erachtet). Dadurch wird natürlich das Unterrichten sehr intensiv und Studenten mit einem Abschluss hier sind dadurch sehr hoch anerkannt.
Jeder Student lebt und lernt also in seinem College. Er wohnt auf dem Gelände, in Zweiereinheiten mit einem gemeinsamen Raum zwischen den beiden Zimmern. Neben den Unterkünften für Studenten (und Lehrer) gibt es auf den Geländen der einzelnen Colleges, die in sich abgeschlossen sind, ein Eingangshaus, eine Bibliothek, einen Speiseraum und eine Kapelle.


(Bibliothek im Pembroke College)

Unser Guide führt uns an verschiedenen Colleges vorbei, alle sehr eindrucksvoll und mit gehisster College-Flagge.
Am beeindruckendsten ist das King's College, denn hier steht die 'King's College Chapel', die so groß ist wie eine Kathedrale. Das Innere ist beeindruckend, riesig hoch und mit vielfach verzierter Decke. Hier werden jeden Tag Messen abgehalten, zu denen auch die Öffentlichkeit eingeladen ist.


(King's College Chapel)

Ziemlich erfroren aber begeistert von dieser Uni und der Stadt selbst suchen wir uns ein Café, was sich beinahe als Unmöglichkeit herausstellt. Dort verbringen wir die Zeit, bis es um 16.00 Uhr schon dunkel ist. Dann erstrahlt Cambridge im weihnachtlichen Lichterglanz, den wir ausgiebig bewundern, ehe wir uns wieder in den Bus setzen und uns verabschieden.


(Namensvetter unserer Wohnung in Derby: Das Clare's College)

Fazit: Cambridge ist eine sehr interessante und wirklich schöne Stadt, was uns auch die Menschenmassen nicht verderben konnten, die sich am Samstag durch die Straßen schoben. Aber um alles zu sehen, reicht natürlich auch hier nicht ein Tag...

3.12.13 22:09

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